1. Tag: Vom Aljažev Haus zur Dolic Hütte
10,6km | 1.372m ↑, 272m ↓ | 3:20 Stunden Gehzeit
2. Tag: Von der Dolic Hütte über den Triglav-Gipfel zum Aljažev Haus
13,5km | 1.026 ↑, 2.136m ↓ | 6:43 Stunden Gehzeit

 

Bei der Triglav-Besteigung im Juli 2017 wurde ich von meiner Tante Veronika begleitet. Auch ihr fehlte der Gipfel von Sloweniens Höchstem und so planten wir die Tour gemeinsam. Meine Großeltern rieten uns, nicht den vollkommen überlaufenen und einer Ameisenstraße gleichenden Prag-Weg zu gehen, den tausende Slowen/innen jährlich hinaufpilgern. Immer noch gilt in Slowenien, dass jede/r „echte“ Bewohner/in dieses Landes einmal am höchsten Gipfel gewesen sein muss. Für dieses meist in der Familie begangene Ereignis werden dann im Großpack Helm, Klettergurt und Klettersteigset besorgt.

Somit entschieden Veronika und ich uns für einen alternativen Weg auf den Triglav. Der gewählte wird kaum begangen, was vermutlich daran liegt, dass er länger ist und mehr Höhenmeter aufweist. Außerdem übernachtet man, sollte man die Begehung auf zwei Tage aufteilen, auf der Dolic-Hütte, die, gelinde ausgedrückt, nicht das Highlight der Berghütten darstellt.

Veronika und ich starteten am Samstag nach einer Anfahrt aus Graz recht früh vom Parkplatz des Aljažev Hauses (Aljažev Dom), der, wie könnte es auch anders sein, kostenpflichtig ist. Der alternative Route auf den Triglav führt vorerst gemütlich und eben Richtung Südwesten in ein Tal, flankiert von Triglav und Stenar, die sich beeindruckend links und rechts des Weges erheben. Der erste Foto-Stopp lässt sich bei einem überdimensional großen Karabiner einlegen. Einmal hineingesetzt, bietet man selbst das perfekte Hauptmotiv und der Triglav einen imposanten Hintergrund.

Nach einem kurzen Anstieg erreicht man einen Pass. Dort gönnten wir uns in der Sonne die erste Pause.

Unsere Aussicht in der Pause während des Aufstiegs auf den Triglav
Jausen-Aussicht

Danach folgten wir einem in den Fels geschlagenen Pfad, der sich in Serpentinen stetig der Dolic-Hütte entgegenschlängelt. Da der Aufstieg recht rasch erfolgte, hatten wir genug Zeit, um im Gras vor der Hütte ein Schläfchen zu halten.

Die Dolic-Hütte
Die Dolic-Hütte

Nach einem etwas enttäuschenden Abendessen versuchten wir uns im kaum sichtbaren Rinnsal des einzigen Waschbeckens notdürftig zu waschen. Ein Highlight: Der Waschlappen neben dem Waschbecken, mit dem jeder Wanderer und jede Wanderin die Katzenwäsche vollzog. Ich verzichtete lieber auf das fragwürdige Utensil.

Sonnenuntergang auf der Dolic-Hütte
Sonnenuntergang auf der Dolic-Hütte

Wir gingen früh zu Bett, um uns am nächsten Tag um 05:00 Uhr Früh fertig zu machen. Der Triglav wartete auf uns!

Sonnenaufgang auf der Dolic-Hütte
Sonnenaufgang!

Wir folgten dem Felspfad weiter Richtung Gipfel. Schnell verschwand der Sonnenaufgang hinter einem Dunst aus Nebel und Wolken. Ich hoffte sehr auf eine doch noch schöne Aussicht am Gipfel.
Schnell ließen wir die letzten Wiesenflecken hinter uns und wanderten über Schotter und Fels, bis wir zum Beginn der Kletterpassagen kamen. Innerlich rieb ich mir die Hände: Jetzt geht es los!

Wir setzten uns die Helme auf (ich neige dazu, meinem Kopf zu viel Felskontakt zuzumuten), griffen beherzt nach dem Stahlseil und kraxelten los. Je höher wir stiegen, desto mehr spürte ich die Höhenluft. Die Umstellung war nicht gravierend, aber ich merkte doch, wie ich tiefer nach Luft sog und mich die Kletterei schneller außer Atem brachte, als im Tal.

Endlich klarte auch der Himmel auf und wir stiegen zu einer blauen Leinwand auf. Je näher wir auf dieser alternativen Route auf den Triglav zum Gipfel kamen, desto aufgeregter wurde ich. Da, da oben wartete mein höchster Gipfel!

Schließlich hatten wir es geschafft. Die charakteristische Biwakschachtel in Form einer kleinen Rakete sowie ein Bierverkäufer warteten schon auf uns. Zum Glück waren wir recht früh dran, sodass uns der große Ansturm des Bergvolkes erspart blieb.

Meine Tante und ich am Gipfel des Triglav
Katharina und Veronika über den Wolken
Aussicht vom Triglav
Aussicht vom Triglav
Aussicht auf den Prager-Weg
Aussicht auf den Prager-Weg

Nach einer kurzen Stärkung und einem Fotostopp machten wir uns an den Abstieg. Begleitet von Glücksgefühlen und strahlendem Sonnenschein fiel er kurzweilig aus.

Abstieg vom Triglav
Abstieg

Im Auto Richtung Graz schlief ich dann zufrieden gegen die Fensterscheibe gelehnt ein und träumte von der Aussicht vom Triglav und dem nächsten der Seven Summits, den ich besteigen werde.

Wer ebenfalls den höchsten Berg Sloweniens besteigen will, dem empfehle ich genau diese alternative Route auf den Triglav!

 

 

Dolic-Hütte (Tržaška koča na Doliču), 2.151m

Wir haben einen Platz in der Hütte Anfang Juni reserviert. Das Hüttenpersonal kann einwandfrei Englisch, allerdings findet man Informationen zur Dolic-Hütte hauptsächlich auf slowenischen Websites (z.B. hier). Eine Reservierung ist unbedingt zu empfehlen, da die Hütte in der besuchten Nacht bis auf den letzten Platz voll wurde. Es gibt ein Bettenlager und ein paar Mehrbettzimmer.

Gut zu wissen: Stehklos mit Loch im Boden, keine Duschen, nur ein Waschbecken für die gesamte Hütte mit einem Grashalm-dünnen Wasser“strahl“

Essen: Frühstück ab 6:00 Uhr, untertags sowie abends warme und kalte Speisen (die Slowen/innen nehmen sich ihre Jause ausnahmslos selber mit)

Öffnungszeiten: Juni-September

Telefon: +386 51 614 780

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