1. Tag: Von Totovaaran pirtti zur Hütte Pyhäjärven autiotupa
13,1km | 5:02 Stunden Gehzeit inkl. Pausen
2. Tag: Von der Hütte Pyhäjärven autiotupa nach Totovaaran pirtti
12km | 3:34 Stunden Gehzeit inkl. Pausen

 

Hoher Besuch kündigte sich im hohen Norden an: Moritz, meine bessere Hälfte und und mein Partner in Crime, entschied, ins Flugzeug zu steigen und eine Woche mit mir in Finnland zu verbringen. Da wir aber nicht nur in Oulu herumradeln wollten, mieteten wir uns ein Auto und erkundeten für ein paar Tage die Weiten Lapplands. Als einer unserer Zwischenstopps wurde Wandern in Pallas-Yllästunturi auserkoren, ein Nationalpark nördlich von Oulu.

 

Der erste Tag

Wir parkten unser Auto beim Totvaaran pirtti und übernachteten die erste Nacht im Zelt, das wir neben dem Auto aufgeschlagen hatten. Einfach, aber praktisch. Am folgenden Tag wanderten wir dann Richtung Pyhäjärvi, einem See nordwestlich unseres Ausgangspunktes. Neben dem See steht eine Hütte, eine “Open Wilderness Hut”, in der man kostenlos übernachten kann. Und dies gedachten wir auch zu tun. Der Wetterbericht versprach einen trockenen Tag, die ersten paar Kilometer begleitete uns stattdessen Regen. Dank unserer unglaublich attraktiven Regen-Ponchos blieben wir trotzdem trocken. Auch wenn unsere Outfits skeptische Blicke von ca. 300 Kindern und Jugendlichen auf sich zogen, die uns in einem Affenzahn auf den ersten paar Minuten unserer Wanderung überholten. Eine Lehrerin teilte uns mit, dass es sich um ein Rennen handelte und sie entschuldigte sich für die rasende Horde.

Nach einiger Zeit zweigten wir nach rechts ab und ließen den Tumult hinter uns. Wir stiegen immer höher (was man in Finnland eben als “hoch” bezeichnen kann) und erreichten schließlich den Rücken des Aakenus. Hier hatten wir uns eigentlich eine wunderschöne Aussicht über Lappland erhofft, bekommen haben wir allerdings Nebel, Nebel und noch mehr Nebel. Unverdrossen setzten wir unseren Weg durch eisigen Wind fort und siehe da: Während des Abstiegs Richtung Pyhäjärvi hatten wir dann doch noch eine wahnsinnig schöne Aussicht über die herbstliche finnische Landschaft.

Bei der Hütte angekommen heizten wir ordentlich ein und genossen es, unsere Füße ans warme Feuer zu halten. Moritz nutzte die restlichen Stunden des Tages, um eine Falle für Kleingetier zu bauen. Verwendet haben wir sie dann aber (leider) nicht, unser Abendessen bestand aus Instant Food. In Anbetracht des Feuers hätten wir uns allerdings ein nettes Stück Fleisch zum Grillen mitnehmen können. Aber man lernt ja aus Fehlern!

 

Der zweite Tag

Als mein Wecker klingelte und ich aus dem Fenster schaute, konnte ich meinen Augen kaum trauen: Es schneite! Tatsächlich fielen dicke Schneeflocken vom Himmel, die sogar eine Zeit lang liegen blieben. Moritz und ich wanderten also wieder in unseren sexy Regen-Ponchos durch Schneematsch und ich freute mich über die kühle, klare Luft, die dieser Tag für uns bereit hielt. Es war zwar wieder nebelig wie nur was, aber es lag eine wunderbar angenehme Stimmung über der Landschaft. Der Weg wurde mit der Zeit immer matschiger und wir sanken immer tiefer in beinahe moorigen Untergrund ein. Unserer Stimmung tat das keinen Abbruch, denn wir konnten uns auf eine warme Sitzheizung und trockene Schuhe im Auto freuen.

An diesem Tag folgten wir dem Weg, der zurück zum Ausgangspunkt, jedoch am Fuße des Aakenus entlang führte. Meistens wanderten wir auf feuchtem, weichem Waldboden, ab und zu durften wir aber auf Brettern gehen, die uns vor dem ärgsten Wassereintritt in die Schuhe schützten. Vorsicht ist allerdings auf dem Holz geboten: Nicht nur einmal verloren Moritz und ich den Halt und vollführten interessante, aber nicht unbedingt elegante Tanzschritte, um wieder die Balance zu finden.

Recht knapp vor dem Ende unserer Wanderung trafen wir einen Einheimischen, der äußerst überrascht war, den Weg in diesem Jahr so matschig vorzufinden. “Letztes Jahr war alles trocken”, murmelte er. Das verwunderte mich, hatte ich die Wanderwege Finnlands bis zu diesem Zeitpunkt alle äußerst gatschig erlebt.

Wieder zurück bei unserem Auto schlüpften wir sofort in trockenes Gewand und genossen die Wärme der Auto-Heizung. So sehr ich Wandern bei kühlen Temperaturen mag, so sehr freue ich mich aufs Aufwärmen hinterher 🙂

Ich hätte mir zwar ein paar Nordlichter für Moritz gewünscht, dennoch hat sich das Wandern in Pallas-Yllästunturi auf jeden Fall ausgezahlt und vielleicht komme ich für eine Wintertour wieder hierher.

 

Nützliche Informationen

Sämtliche Informationen zum Nationalpark Pallas-Yllästunturi auf der Seite www.nationalparks.fi.

Blick über Pallas-Yllästunturi vom Aakenus
Aussicht vom Aakenus
Moritz wandernd im Pallas-Yllästunturi Natinalpark
Endlich ein bisschen Aussicht
Moritz am See Pyhäjärvi
Moritz am See Pyhäjärvi
Moritz genießt eine Jause in der Hütte Pyhäjärven Autiotupa
Endlich etwas zu essen
Moritz in Regen-Poncho und Schnee im Pallas-Yllästunturi
Ein attraktiver Regen-Poncho-Träger

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