Von Deià nach Port de Sóller
9,9km | 280m ↑, 310m ↓ | 2:30 Stunden Gehzeit


 

Dieser Tag versprach wieder entspannt zu werden. Als ich das Refugi verließ, wusste ich noch nicht, dass ich mich mit dieser Annahme ein bisschen verschätzt habe. Ich wollte nicht den offiziellen GR221 gehen, sondern eine Variante über den alten Piratenweg an der Küste, da mir der Mitarbeiter im Refugi einen „viel spannenderen Weg mit toller Aussicht“ versprochen hatte.

Anfangs ist der Weg sehr gemütlich. Er führt von Deià bergab Richtung Küste, nach einiger Zeit trennt man sich vom offiziellen GR221, der weiter geradeaus verläuft. Der Piratenweg allerdings zweigt nach links ab. Man kommt an Privatanwesen vorbei, bis man scharf und steil nach unten links abbiegen muss. Würde man stattdessen geradeaus weitergehen, stünde man vor einem verschlossenen Tor. Die Abzweigung ist allerdings markiert, man kann sie also nicht verfehlen.

Ab diesem Zeitpunkt konnte ich das Meer riechen und ich war aufgeregt, endlich ein bisschen an der Küste entlang zu wandern. Der Weg wurde schmäler und plötzlich stand ich vor einer niedrigen Mauer. Theoretisch hätte ich darüberklettern können, da der Weg auf der anderen Seite weitergeht, allerdings sah ich auf der App, dass mein Weg wieder nach links hinunter entlang der Mauer verlief. Und dann, endlich, war ich am Meer. Die Wellen warfen sich tobend gegen die Steilküste, die Sonne schien und ich war wieder einmal sehr froh, diese Reise angetreten zu haben.

Der Piratenweg verläuft nun immer entlang der Küste. Eine schöne Aussicht folgt der nächsten. An einem weitläufigeren Rastplatz hielt ich an und machte eine Schreibpause. Mir war wichtig, meine Erfahrungen am GR221 möglichst zeitnah aufzuschreiben, um nichts Wichtiges zu vergessen. Ich versuchte auch, ein paar Fotos mit dem Selbstauslöser zu schießen, bin aber wieder einmal kläglich gescheitert.

Ich machte mich wieder auf den Weg und von diesem Zeitpunkt an wurde der Weg ein wenig „tricky“. Durch einen Sturm, der wohl schon einige Jahre zurückliegt, liegen viele Bäume quer über dem Weg. Manche Hindernisse lassen sich recht einfach überwinden, manchmal muss man aber mit Steinmännchen markierte Umwege gehen. 1-2 Mal musste ich diese Umwege auf dem Hosenboden wieder hinunterrutschen, da der Untergrund nicht wirklich trittfest und steil war. Vielleicht wäre mir an einer dieser Stellen ein amüsantes Foto mit dem Selbstauslöser gelungen 🙂

An manchen Abschnitten ist tatsächlich ein wenig Konzentration gefragt, man möchte schließlich nicht unbedingt die Küste hinunter ins Meer platschen. Aber schließlich hat man auch diesen Teil des Weges geschafft und gelangt auf einen einfacher beschaffenen Weg, der schlussendlich in eine asphaltierte Straße mündet. Diese führt in steilen Serpentinen hinauf, weg von der Küste. Am höchsten Punkt vereint sich der Weg wieder mit dem GR221 und von da an verläuft er wieder wesentlich gemütlicher.

Man folgt einer unasphaltierten Straße eben dahin, bis man links abbiegt auf den Wanderweg zum Refugi de Muleta. Es geht leicht bergab bis zur Unterkunft. Am Ende der Etappe kann man dann vor dem Refugi sitzend und ein Pa amb oli futternd die Aussicht auf den Leuchtturm direkt daneben und das Meer genießen. (Ein Pa amb oli ist übrigens Mallorqinisches Brot mit Öl, Salz und Parmaschinken oder Käse darauf. Dazu werden Oliven serviert.)

Wer sich nicht für die Piratenweg-Variante entscheidet, findet auf dem offiziellen GR221 die Finca Son Mico, wo man Kuchen und Orangensaft genießen kann.

Diese Etappe war auf dem GR221 wieder bestens ausgeschildert, am Piratenweg weisen hauptsächlich Steinmännchen den Weg.

 

Unterkunft: Refugi de Muleta, Hotels in Port de Sóller und Sóller
Versorgung: Diverse Geschäfte und Lokale in Port de Sóller und Sóller, Apotheke

Sonnenaufgang im Tal von Deià am GR221
Sonnenaufgang bei Deià
Die Steilküste vor Deià am Piratenweg
Aussicht vom Piratenweg aus

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare