Von Es Capdellà über Estellencs nach Banyabulfar
20,7km | 720m ↑, 720m ↓ | 4:46 Stunden Gehzeit


 

Ich startete von Palma mit dem Bus 111 nach Es Capdellà, um von dort den GR221 anzugehen. Nachdem der Busfahrer eine spektakuläre Wendung in der engen Endhaltestelle im Dorf hingelegt hatte, konnte ich endlich los.

Die ersten paar Kilometer folgt man einer asphaltierten Straße (Carrer de Galotzó), die in eine Schotterstraße übergeht. Eben geht es immer tiefer in das Tal hinein, der Weg ist von Wiesen und Mandelbäumen gesäumt, in der Ferne sieht man die ersten Trockenmauern. Ab und zu kommt man an Ruinen von Kornkammern oder Kalkhütten vorbei, auch durchquert man das Anwesen der großen Finca Pública Galatzó und passiert ein Eselgehege. Die tierischen Kollegen sahen jedoch leider etwas unglücklich aus.

Schließlich beginnt die erste Steigung dieser Etappe des GR221. Oben angelangt hat man einen herrlichen Ausblick zurück auf das Tal. Da wurde mir zum ersten Mal so richtig bewusst, wie grün Mallorca eigentlich ist.

Ich folgte einer kleinen Alternativroute über den Sattel des Hügels, der mit Steinmännchen markiert war. Dort sah ich auch einige Plätze, die sich gut zum Zelten geeignet hätten. Am Sattel wehte der Wind dermaßen, dass ich mich manchmal regelrecht dagegen stemmen musste. Auf der anderen Seite des Hügels geht es dann in Serpentinen wieder hinunter, im Wald trifft man am niedrigsten Punkt auf einen Campingplatz. Relativ eben geht es kurze Zeit am Fuße des Berges dahin (in der Ferne kann man schon Estellencs erspähen), bis man links hinunter abbiegt.

Ab dem Campingplatz sollte man Augen und Ohren nach Mountainbikern offen halten, die denselben Weg benutzen. Manchmal ist es bei kleinen Gabelungen auf den ersten Blick nicht ersichtlich, welchen Weg man nun nehmen soll. Hier helfen aber aus Steinen gelegte Pfeile am Boden. Schließlich verengt sich der Weg und wird immer verwachsener, bis man auf die Straße Ma-10 nach Estellencs stößt. Auf diesem Abschnitt habe ich mir ordentlich die Unterschenkel an dem hohen Gras zerschnitten, da ich zu faul war, stehen zu bleiben und die Hosenbeine anzuzippen. Das sollte man vielleicht nicht nachmachen, denn am nächsten Tag brennen die Schnitte höllisch.

Man folgt der Ma-10 ein kurzes Stück und befindet sich schon mitten im Dorf. Nur eine Biegung nach Estellencs zweigt der GR221 von der Straße ab und führt durch Obstgärten, bis man erneut zur Straße gelangt. Nach einigen Metern am Asphalt nimmt man auch schon wieder bei einer Abzweigung eine kleine Zufahrtsstraße, die einen links steil nach oben bringt. Nach ein paar Häusern befindet man sich im Wald und der Weg führt einen hinauf und hinunter durch alte, verwachsene Trockenmauern. Man quert auch eine private Plantage, auf Schildern wird in der Deutschen Übersetzung darauf hingewiesen, man möge „Stillschweigen bewahren“. Nach diesem Anwesen geht der GR221 nur mehr bergab, bis man im Zentrum des Bergdorfs Banyabulfar steht und auf dem Mäuerchen vor dem Lokal San Tomas (der Burger ist NICHT gut!) die Aussicht genießen kann. Geschafft für heute! P.S.: Vor dem Gemeindeamt kann man deren gratis Wlan nutzen 😉

Diese Etappe war durchwegs sehr gut mit Holzpfosten und -schildern markiert, man kann den Weg gar nicht verfehlen. Die Ausnahme bildete für mich das Stück ab dem Sattel bis nach Estellencs. Ich habe mich an den Steinmännchen orientiert und die App komoot zur Hilfe genommen.

 

Unterkunft: Airbnb, Hotels
Versorgung: Zwei Minigeschäfte in Banyabulfar, einige Lokale, Apotheke

Die Straße Carrer de Galotzó am GR221 auf Mallorca
Carrer de Galotzó
Ein Holzpfosten als Wegweise an der Carrer de Galotzó am GR221 auf Mallorca
Carrer de Galotzó
Panoramaansicht des Dorfes Banyabulfar auf Mallorca
Banyabulfar

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